Das Buchführungsmodul der INtex Hausverwaltung

Detaillierte Dokumentation zur Konfiguration, operativen Buchungsarbeit und zum finanztechnischen Reporting.

1. Projektanlage und rechtliche Rahmenbedingungen

Jede buchhalterische Erfassung innerhalb der INtex Hausverwaltung beginnt mit der Anlage einer Buchführung. Diese fungiert als Mandant und definiert den zeitlichen und sachlichen Rahmen (z. B. "Wirtschaftsjahr 2026 - Objekt Musterstraße").

Zeitraum und Eröffnung

Legen Sie das Geschäftsjahr fest. Es ist zwingend erforderlich, jede neue Buchführung mit einem Saldenvortrag zu beginnen, um den Anfangsbestand Ihrer Bank- oder Kassenkonten korrekt abzubilden.

GoBD-Konformität

Die Software unterstützt die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung. Durch Aktivierung des GoBD-Modus werden Buchungssätze nach einer Frist von 24 Stunden automatisch gegen nachträgliche Änderungen gesperrt (Schreibschutz). Dies ist essenziell für die steuerliche Anerkennung.

2. Stammdaten: Klassifikationen & Kostenstellen

Die Buchführung basiert auf zwei zentralen Säulen, die eine automatisierte Auswertung erst ermöglichen:

Kostenstellen (Debitoren-Ersatz)

Anstelle von klassischen, oft unübersichtlichen Debitorenkonten setzen wir auf Kostenstellen. Für jeden Mieter und Eigentümer wird eine eigene Kostenstelle angelegt. Dies erlaubt die punktgenaue Zuordnung von Einnahmen und die Erstellung individueller Mieterkonten. Wir orientieren uns hierbei an den Branchenpaketen der DATEV für Wohnungswirtschaft sowie Vermietung & Verpachtung.

Klassifikationen & Kontierung

Die Buchführung in der INtex Hausverwaltung ist eine Hybrid-Lösung aus einfacher und doppelter Buchführung. Dies gelingt dadurch, dass Sie als Anwender zwar nur Klassifkationen wählen und nicht selbst kontieren müssen, die Klassifikationen aber ihrerseits eine Kontierung nach sich ziehen. 45 Klassifikationen für die in der Hausverwaltung üblichen Buchungsfälle sind vorgegeben. Wenn Sie weitere Buchungs-Klassifikationen benötigen, duplizieren Sie einfach eine der Vorlagen: Klicken Sie dazu auf das Kopieren-Symbol. Anschließend können Sie die kopierte Klassifikation mit dem Stift-Symbol bearbeiten. Oder Sie legen manuell eine komplett neue Klassifikation an.

Vollständige Referenz der Klassifikationen

Hier finden Sie alle 45 vordefinierten Buchungskategorien. Jede Klassifikation steuert im Hintergrund die Kontierung auf Sach- und Gegenkonten.

Buchungsart Bezeichnung MwSt % Konto Gegenkonto
Einnahmen & Einlagen
EinnahmenMieteinnahme0180000410500
EinnahmenMieteinnahme (Gewerbe)19180000446000
EinnahmenMieteinnahme Garagen0180000410600
EinnahmenMieteinnahme Garagen (Gewerbe)19180000447090
EinnahmenNebenkostenvorauszahlung0180000410800
EinnahmenNebenkostenvorauszahlung (Gewerbe)0180000447500
EinnahmenHausgeldzahlung0180000410800
EinnahmenRücklagenzahlung0180000295900
EinnahmenErhaltene Kautionen0180000355000
EinnahmenHausgeld Nachzahlung/Erstattung0180000410850
EinnahmenNebenkosten Nachzahlung/Erstattung0180000410850
EinnahmenNebenkosten Nachz./Erstatt. (Gewerbe)0180000447550
EinlagenPrivateinlagen0180000218000
Ausgaben & Kosten
AusgabenGas, Strom, Wasser19632500180000
AusgabenGas19632600180000
AusgabenHeizung19632020180000
AusgabenWarmwasser19632120180000
AusgabenWasserversorgung19632940180000
AusgabenEntwässerung19643200180000
AusgabenMüllabfuhr19685900180000
AusgabenStraßenreinigung19643100180000
AusgabenTreppenreinigung19633000180000
AusgabenSchornsteinfeger19632430180000
AusgabenHausbeleuchtung19632720180000
AusgabenFahrstuhl19647000180000
AusgabenHauswart/Hausmeister19630300180000
AusgabenGartenpflege19630400180000
AusgabenUngezieberbekämpfung19630500180000
AusgabenGrundsteuer0768000180000
AusgabenHausversicherungen0640000180000
AusgabenErhaltungsaufwendungen19645000180000
AusgabenVerwaltungskosten19699200180000
AusgabenKabelgebühr19685100180000
AusgabenSonstige Abgaben19643000180000
AusgabenSonstige Werbungskosten19685000180000
EntnahmenPrivatentnahmen0210000180000
Sollstellungen (Forderungen)
SollstellungMietforderung0120000410500
SollstellungMietforderung Garagen0120000410600
SollstellungForderung NK-Zahlung0120000410800
SollstellungForderung Hausgeld-Zahlung0120000410800
SollstellungForderung Rücklagen-Zahlung0120000295900
SollstellungForderung NK-Nachzahlung0120000410850
SollstellungForderung Hausgeld-Nachzahlung0120000410850
Umbuchungen & Salden
Umbuchung (E)Auflösung Rücklage0180000295900
Umbuchung (A)Übertrag auf Rücklage0295900180000
SaldoSaldenvortrag0180000900000

3. Effizienzwerkzeuge und Erfassungshilfen

Um die tägliche Buchungsarbeit zu beschleunigen, bietet die Software verschiedene Automatismen:

Bankimport & Buchungsregeln

Importieren Sie Ihre Kontoauszüge (MT940, CAMT, CSV). Spezial-CSV Importe für Volksbanken, Sparkassen und Deutsche Bank erübrigen die manuelle Feldzuordnung bei diesen Instituten. Durch die Definition von Buchungsregeln erkennt das System wiederkehrende Vorfälle (z. B. "Versicherung" oder "Miete Max Mustermann") und schlägt automatisch die passende Klassifikation und Kostenstelle vor. Der Regel-Schalter zeigt Ihnen das Ergebnis vor der finalen Verbuchung zur Kontrolle an.

Muster- & Wiederholbuchungen

Erstellen Sie Vorlagen für komplexe Buchungen. Diese Musterbuchungen werden im Buchungen-Journal für neue Buchungen abgerufen. So sind z.B. Abschläge schnell gebucht. Besonders leistungsstark sind die Wiederholbuchungen: Markieren Sie z.B. eine Mietforderung als Wiederholung, stellt das System diese jeden Monat automatisch bis zum Periodenende ein. Da dies reguläre Buchungssätze sind, können sie bei Mietänderungen jederzeit editiert werden. Die Wiederholung lässt sich durch Herausnahme des Wieder-Ende-Datums jederzeit ganz beenden oder zu einem Stichtag (z.B. Auszug des Mieters) beenden.

Direkterfassung aus Stammdaten

Nutzen Sie die tiefgehende Integration der Module. Sie können Sollstellungen und Zahlungen direkt aus den Eigentumsverhältnissen (Hausgeld) oder den Nutzungsverhältnissen (Miete) heraus generieren. Die integrierte Splittbuchungshilfe erlaubt es zudem, Bruttobeträge mit einem Klick in Kaltmiete, Nebenkosten und Heizkosten aufzuteilen. Als Buchungshilfe werden dabei die vertragsgemäßen Teilbeträge angezeigt.

4. Auswertungen und Reporting

Alle erfassten Daten fließen in ein umfangreiches Berichtswesen ein. Das Journal erlaubt jederzeit Filterungen nach Buchungsarten (Einnahmen, Ausgaben, Sollstellungen) inklusive automatischer Summenbildung.

Berichtstyp Funktion / Inhalt
GuVGegenüberstellung aller Erträge und Aufwendungen zur Ermittlung des Saldos.
JournalChronologische Auflistung aller Buchungsvorgänge im Detail.
KontenblätterAnzeige der Buchungen sortiert nach Sachkonten (z. B. Konto 180000 Bank).
KostenberichtAuswertung der Ausgaben, gruppiert nach Kostenarten zur Kostenkontrolle.
MieterkontenIndividuelle Gegenüberstellung von Forderungen und tatsächlichen Zahlungen pro Mieter/Eigentümer (Soll/Haben-Vergleich).
USt.-VoranmeldungZusammenstellung aller steuerrelevanten Daten für die Übermittlung an das Finanzamt.

Buchführung: Ausbaustufen & Effizienz

Die INtex Hausverwaltung passt sich bei der Buchführung Ihren Anforderungen an. Sie können die Buchführung in verschiedenen Detailstufen betreiben – je nach gewünschtem Auswertungsgrad und verfügbarem Zeitkontingent.

Stufe Methode Aufwand Ihr Nutzen (Auswertung)
1 Kontoauszug-Basis Gering Reiner Cashflow / Einnahmen-Ausgaben
2 + Soll-Stellungen Mittel Überwachung offener Posten / Mahnwesen
3 + Kostenstellen Mittel Direkter Soll-Haben-Vergleich pro Objekt/Mieter
4 + Splitting Hoch Exakte Nebenkostenabrechnung auf Knopfdruck
Stufe 1 & 2: Einstieg & Kontrolle

Bank-Transaktionen werden 1:1 in Buchungen umgesetzt. Ergänzt um Soll-Stellungen (Forderungen) erkennen Sie sofort, wer noch nicht gezahlt hat.

REGEL-PRÜFUNG: Wenn Betreff "Miete" -> Klassifikation Mieteinnahmen

Vorteil: Schnelle Erfassung über automatische Regeln.

Stufe 3: Kostenstellen-Präzision

Statt reiner Textsuche im Betreff werden Buchungen festen Kostenstellen zugewiesen (z. B. "Whg-102-Schmidt").

  • Saubere Filterung ohne Tippfehler-Risiko.
  • Direkte Gegenüberstellung von Forderungen und Zahlungen.
Stufe 4: Splitting & Automatisierung

Die Miete wird direkt in Kaltmiete und Nebenkosten-Vorauszahlungen gesplittet. Unser Splitt-Assistent unterstützt Sie hierbei massiv.

Kaltmiete (Netto)
+ Vorauszahlung HK
+ Vorauszahlung NK
Profi-Wissen: Mit Splitting unterjährig entfällt die mühsame Umbuchung der Vorauszahlungsanteile am Jahresende komplett. Aber man hat den Mehraufwand der zeitnahen Splittung.
Splitt-Assistent
Effizienz-Tipp: Wiederholbuchungen

Nutzen Sie für monatliche Soll-Stellungen (Forderungen) die Wiederholbuchungs-Funktion. Einmal konfiguriert, generiert das System die gesplitteten Beträge automatisch jeden Monat neu. Bei Bedarf auch für die Splitts.

GoBD & Buchführung

Was fordert der Gesetzgeber und wie setzen wir es um?

Wichtig für die Betriebsprüfung

Gesetzliche Anforderungen

Die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form) stellen klare Bedingungen an eine Buchführung:

Zeitnah

Einnahmen und Ausgaben müssen täglich erfasst werden, mindestens aber vor Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung.

Chronologisch

Die Buchungen müssen in der zeitlichen Reihenfolge erfolgen.

Lückenlos

Jeder Geschäftsvorfall muss ohne Ausnahme dokumentiert sein.

Unveränderbar

Nachträgliche Änderungen müssen sichtbar gemacht werden.

Unsere softwareseitige Lösung

INtex Hausverwaltung unterstützt Sie aktiv dabei, diese strengen Kriterien zu erfüllen:

Anlage- & Änderungshistorie

Das System schreibt im Hintergrund mit, wer wann welchen Datensatz angelegt oder verändert hat. Diese Transparenz sorgt für die nötige Nachvollziehbarkeit bei Prüfungen.

GoBD-Modus & Festschreibung

Wird die Buchführung im GoBD-Modus geführt, werden Buchungen nach Abschluss festgeschrieben. Eine Änderung ist dann nur noch durch eine offizielle Stornierung möglich.

Revisionssicherer Export

Der finale PDF/A-Export etwa des Journals und der Kontenblätter bildet den unveränderbaren Beleg für Ihre digitale Archivierung.

Fazit: Durch die Kombination aus technischer Überwachung (Historisierung) und bewusster Freigabe (Festschreibung) bietet INtex Hausverwaltung eine rechtssichere Grundlage für Ihre Buchhaltung und minimiert das Risiko bei Betriebsprüfungen.

Wichtiger Hinweis: Sofern die Buchführung nicht als Steuer-Vorsystem geführt wird, unterliegt sich nicht den Zwängen der GOBD.