Merkblatt: Heizkostenabrechnung
Kernaussage
Messdaten, Fernablesbarkeit, laufende Verbrauchsinformationen, Vergleichswerte, technische Regelwerke und normgerechte Berechnungen müssen zuverlässig zusammenpassen.
Moderne Vorgaben verlangen den Einsatz geeigneter, zugelassener und teilweise fernablesbarer Messgeräte. Dazu gehören insbesondere:
Fehler bei Auswahl, Einbau oder Betrieb der Geräte können die gesamte Abrechnung angreifbar machen.
Neu installierte Systeme müssen fernablesbar sein. Bestehende Anlagen können unter bestimmten Voraussetzungen nachrüstpflichtig sein.
Diese Anforderungen gehen deutlich über das hinaus, was ein privater Vermieter typischerweise selbst leisten kann.
Für Berechnungen nach technischen Regelwerken müssen die zugrunde liegenden Normen beschafft, verstanden und fachgerecht angewendet werden.
Wer Berechnungen ausdrücklich auf Grundlage der DIN 94680 durchführen möchte, benötigt Zugriff auf die aktuelle Normfassung und muss ihre Vorgaben fachgerecht anwenden. Der kostenpflichtige Erwerb allein ersetzt jedoch keine fachliche Prüfung der konkreten Abrechnung.
Daraus folgt nicht automatisch, dass jeder Vermieter die Norm gesetzlich erwerben muss. Der Erwerb ist insbesondere dann eine praktische Voraussetzung, wenn die Berechnung ausdrücklich nach dieser Norm erfolgen soll.
Bei fernablesbaren Geräten müssen Nutzern regelmäßig Verbrauchsinformationen bereitgestellt werden.
Dies ist ein dauerhafter Prozess und nicht nur Bestandteil einer einmaligen Jahresabrechnung.
Die Heizkostenabrechnung muss zusätzliche Informationen enthalten, insbesondere:
Vergleichswerte erfordern umfangreiche und belastbare Datenbestände, die einzelnen Vermietern häufig nicht zur Verfügung stehen.
Die Einordnung des individuellen Verbrauchs im Vergleich zu „vergleichbaren Nutzern“ setzt eine geeignete Datenbasis voraus.
Ohne ausreichende Datenbasis ist diese Anforderung in der Praxis nur schwer zuverlässig umzusetzen.
Bei Verstößen gegen die Vorgaben kann der Nutzer die Heizkostenabrechnung unter bestimmten Voraussetzungen kürzen.
Bereits kleinere Abweichungen können wirtschaftlich relevante Auswirkungen haben.
Fazit
Die Kombination aus technischer Infrastruktur, laufender Datenverarbeitung, erweiterten Informationspflichten, kostenpflichtigen Normen und fehlender Datenbasis für Vergleichswerte macht eine vollständig rechtssichere Heizkostenabrechnung ohne externe Unterstützung in der Praxis schwierig.
Deshalb greifen viele Vermieter und Hausverwaltungen auf spezialisierte Mess- und Abrechnungsdienstleister zurück, die sowohl die technische Ausstattung als auch die Umsetzung der gesetzlichen und technischen Anforderungen unterstützen.